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06.02.2020:Auf den Spuren Dschingis Khans

Datum: 
06.02.2020

Dschingis Khan, ein bedeutender Mann seiner Zeit

Die Mongolei ist ein faszinierendes Reiseland, das immer noch viel zu wenig Menschen für sich entdeckt haben. Den meisten Menschen fällt als erstes Dschingis Khan ein, wenn sie den Namen Mongolei hören. Für viele Menschen ist es jedoch nicht mehr als ein Name, mit dem sie weder ein Gesicht noch eine bestimmte Zeit verbinden. Aus diesem Grund folgt der erste Teil des Artikels den wichtigsten Lebensdaten des Mannes. Danach folgen bedeutende Reiseziele in der Mongolei, wo man immer wieder auf Spuren des bedeutenden Mannes trifft.

 

Jugend und Vereinigung der Mongolenstämme

 

Um einen kurzen Auszug der Lebensgeschichte Dschingis Khans zu erzählen, muss man geschichtlich weit zurückgehen. Im 12. Jahrhundert n. Chr. lebten in der heutigen Mongolei Hirtenstämme. Eine Art Staatengebilde gab es damals nicht. Es wurde allerdings ein Anführer für alle Stämme gewählt, der diese bei Kriegen und Jagdzügen führen sollte. Anfangs war die Wahl der Stammesführer frei, doch im Laufe der Zeit bildete sich eine Art Militäraristokratie heraus, die später sehr mächtig war.

Das genaue Geburtsdatum von Dschingis Khan ist unbekannt. Die Quellen variieren zwischen den Jahren 1155 n.Chr., 1162 n.Chr. oder 1167 n.Chr. Er gehörte zum Stamm der Mongghol und war der Urenkel eines legendären Mongolenfürsten, der die Stämme zwischen 1130 und 1150 vorübergehend vereinte. Von seinem Vater bekam er den Namen Temüdschin, was so viel wie Schmied bedeutet.

In seiner frühen Jugend lernte Temüdschin das Reiten und Bogenschießen. Diese Fähigkeiten waren zu dieser Zeit überlebenswichtig, da die einzelnen Clans im ständigen Krieg miteinander standen. Einige Quellen berichten, dass Temüdschin als kleiner Junge sehr schüchtern gewesen sei.

Im Alter von acht Jahren ging sein Vater mit ihm auf Brautschau. Das war damals bei den Mongolen so üblich. Sie fanden ein junges Mädchen namens Börte für ihn. Temüdschin blieb bei ihrem Stamm und sein Vater kehrte alleine zurück. Auf dem Rückweg wurde er vergiftet. Temüdschin kehrte daraufhin umgehend in sein Heimatdorf zurück. Aufgrund seiner Jugendjahre wurde er nichts als Nachfolger seines Vaters anerkannt. Die Gefolgsleute seines Vaters wandten sich von der Familie ab und er unterlag nicht mehr länger deren Schutz. Schließlich verloren er und seine Familie ihr gesamtes Hab und Gut.

Die kommenden Jahre waren unruhig, da Temüdschin aufgrund seiner aristokratischen Herkunft für andere Stammesfürsten eine Gefahr darstellte.

Ihm war bewusst, dass er in der Mongolei nur überleben konnte, wenn er sich Verbündete suchte. Deshalb beschloss er in den darauffolgenden Jahren die verfeindeten Mongolenstämme zu vereinigen.

1190 n. Chr. hatte er sein Vorhaben schließlich erreicht. Unter seiner Führung hatte er die Mongolenstämme miteinander vereint. Nun begann die Unterwerfung der benachbarten Völker.

 

Aus Temüdschin wird Dschingis Khan

 

Im Jahr 1206 versammelte Temüdschin alle Stammesfürsten an der Quelle des Flusses Onon zum Reichstag. Dort ließ er sich von den Stammesfürsten und Schamanen zum Dschingis Khan ernennen, zum Großkhan der Mongolen. Gleichzeitig entstand ein neuer Staat, dem Dschingis Khan als unumschränkter Herrscher vorstand. Er war nicht nur Gebieter, sondern auch Gesetzgeber. Sein Sohn Ögedei schrieb die überlieferten und neue Gesetze in einer Art Grundgesetz nieder. Diese Reform regelte das Zusammenleben im neuen Reich. Dadurch endete die Willkürherrschaft der einzelnen Stammesfürsten und es wurde eine verlässliche Grundlage für das Regierungssystem geschaffen.

Als nächstes wurde eine allgemeine Wehrpflicht eingeführt. Seine Gefährten wurden zu Heerführern ernannt. Für eine Karriere beim Militär war nicht mehr die Herkunft entscheidend, sondern die Treue dem Herrscher gegenüber sowie die Tapferkeit bei vorausgegangen Kämpfen.

Obwohl Dschingis Khan selbst Analphabet war, entwickelte er die Mongolische Schrift, die die Verwaltung seines Reiches erleichterte.

 

Die Eroberungen Dschingis Khans und die Nachfolgefrage

 

Nach der Zusammenführung der mongolischen Stämme griff Dschingis Khan China an. Er eroberte das heutige Nord- und Nordostchina, zudem Reiche im heutigen Kasachstan, Usbekistan, Iran, Afghanistan und in der Türkei. Die Überfälle waren sehr blutig. Meist starben ungefähr 30 Prozent der Bevölkerung. Allerdings achtete er bei seinen Feldzügen darauf, dass Künstler, Architekten und Verwalter nicht ums Leben kamen, da diese für den Aufbau eines neuen Staates von Nutzen waren.

1215 belagerte er Peking und nahm die Stadt letztendlich ein.

Mit dem Choresmischen Reich in Persien schloss er einen Friedensvertrag. Dieser hielt aber nur kurz, denn schon bald darauf wurde eine mongolische Karawane überfallen und die Menschen ermordet.

1218 lud Dschingis Khan zu einer erneuten Reichsversammlung. Er wollte einen Vergeltungsschlag gegen das Choresmische Reich vorbereiten. Außerdem ging es ihm um die Nachfolgefrage. Dschingis Khan hatte vier Söhne. Allerdings war vor der Geburt des ersten Sohnes seine Frau von einem verfeindeten Stamm entführt worden. Deshalb war nicht sicher, welcher der Söhne der Erstgeborene war. Da sich die ältesten Söhne nicht einigen konnten, machte einer von ihnen den Vorschlag, den dritten Sohn, Ögedei, zum Nachfolger zu bestimmen. 

Anschließend brachen die Mongolen zu einem Vergeltungsfeldzug gegen das Choresmische Reich auf. Sie eroberten die Städte Buchara und Samarkand.

1220 gründete Dschingis Khan die Stadt Karakorum, am Ufer des Orchon. Sie ist heute zwar eine Ruinenstätte, gilt aber bei den Mongolen noch immer als das Zentrum des Staates.

Zugleich dehnten die Mongolen ihre Feldzüge nach Osteuropa aus. Sie kamen dabei bis in die Ukraine. Bei seinen Eroberungszügen ging Dschingis Khan besonders grausam vor, sodass er bald den Ruf als „Geisel der Menschheit“ bekam.

Dschingis Khan verstarb vermutlich am 18. August 1227. Die Todesursache ist ungeklärt. Die meisten Historiker vermuten, dass er nach einem Reitunfall an inneren Verletzungen starb.

In der damaligen Mongolei war es Tradition, dass beim Tod eines Herrschers das Grab vernichtet wurde. Niemand durfte wissen, wo sich die Grabstätte befand. Aus diesem Grund wurden alle Menschen in der Umgebung seiner Todesstätte hingerichtet. Diese grausame Vorgehensweise galt auch für all diejenigen Menschen, die an seinem Begräbnis teilnahmen oder später das Grab einebneten. Bis heute wurde das Grabmal von Dschingis Khan nicht gefunden. Viele Historiker sind der Meinung, dass sich sein Begräbnis am Südhang des Burchan Chaldun in der Provinz Chentii-Aimang befindet.

Quelle: https://pixabay.com/de/photos/dschingis-khan-portr%C3%A4t-wachs-1300828/

Bedeutende Sehenswürdigkeiten in der Mongolei

 

Um den Spuren Dschingis Khans zu folgen, müsste man eine größere Reise planen. Er eroberte große Teile Asiens und machte auch vor Europa nicht halt. Die Reiseroute würde sich von Prag bis nach Peking erstrecken.

Der Geburtsort Dschingis Khans: Wenn man die verschiedenen Lebensstationen von Dschingis Khan betrachtet, fragt man sich, wo der Herrscher eigentlich zur Welt kam. Viele glauben, dass seine Geburtsstätte am Zusammenfluss der zwei Flüsse Onon und Balj liegt, ungefähr 25 Kilometer südlich der Grenze zu Russland. Auch wenn man die tatsächliche Geburtsstätte nicht finden kann, so gilt als bestätigt, dass er am Fuße des Berges Burchan Chaldun das Licht der Welt erblickte. Der Berg, der zum UNESCO-Welterbe zählt, liegt ungefähr 170 Kilometer von der Hauptstadt Ulan-Bator entfernt.

 

Hauptstadt Ulaanbaatar: Die Stadt selbst steht in keinem Bezug zu Dschingis Khan, denn sie wurde erst im Jahr 1639 gegründet. Die Stadt hat mehr als 1,4 Millionen Einwohner. Touristen, die sich dort aufhalten, vergessen das mitunter. Man gewinnt den Eindruck, man befindet sich in einer Kleinstadt. Die Stadt hat allerdings eine Ausdehnung von mehr als 4.700 Quadratkilometer und ist damit doppelt so groß wie das Saarland. Bedeutende Sehenswürdigkeiten sind:

  • Süchbaatar—Denkmal auf dem gleichnamigen Platz
  • Winterpalast des Bodg Khan
  • Dsaisan-Denkmal. Die Attraktion liegt auf einem kleinen Hügel südlich der Stadt und erinnert an den Zweiten Weltkrieg.
  • Öffentliche Bücherei mit einer beeindruckenden Sammlung

Tsonjin Boldog in der Provinz Töw-Aimag: Dort befindet sich ein Reiterstandbild von Dschingis Khan. Von Ulaanbaatar aus fährt der Reisende ungefähr 54 Kilometer in südöstlicher Richtung. Das Reiterstandbild steht auf einem Platz, an dem der Herrscher der Legende nach, eine goldene Gerte gefunden haben soll.

Quelle:Laika ac from UK - Chinggis Khan Statue Complex, CC BY-SA 2.0 https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=49160617

Nationalpark Chustain Nuruu: Dieser bekannte Nationalpark befindet sich 100 Kilometer südwestlich von Ulaanbaatar ebenfalls in der Provinz Töw-Aimag. Den Park gibt es seit 2003

 

Charchorin: Ist eine Siedlung in der Provinz Öwörchangai-Aimag. Sie liegt ungefähr 320 Kilometer westlich von Ulaanbaatar. Die Siedlung kann gut mit dem Flugzeug erreicht werden. Sie liegt in einem Tal, das zum UNESCO-Welterbe zählt. Die Reise dorthin lohnt sich jedoch vor allem wegen der Ruinen von Karakorum. Karakorum war zwischen 1235 und 1260 die Hauptstadt des Mongolischen Reiches.

 

Die Einreise in die Mongolei

 

Wer sich nicht länger als 30 Tage in der Mongolei aufhält, benötigt kein Visum. Er kann sich mit einem gültigen Reisepass auf dem Weg machen. Die oben genannte Voraussetzung gilt für Touristen und Geschäftsreisende. Wer längere Zeit in der Mongolei bleiben möchte, benötigt ein Visum. Dies bekommt er ausschließlich von der mongolischen Botschaft seines Heimatlandes. Die Regierung bietet für Touristen, in deren Heimatland es keine Botschaft gibt, die Möglichkeit an das Visum auch am Flughafen erhalten zu können. Das ist aber nur in Ausnahmefällen möglich. Wichtig ist, dass der Geschäftspartner beziehungsweise die einladende Person in der Mongolei diese Variante vor Ort mit der Ausländerbehörde abklärt. Er erhält dann eine schriftliche Bestätigung, die der Reisende bei sich tragen muss. Nur gegen Vorlage der Genehmigung der Ausländerbehörde darf die Fluggesellschaft ihn befördern. Diese Möglichkeit sollte aber wirklich nur in Anspruch genommen werden, wenn keine andere Chance besteht.

Für die Einreise benötigt der Tourist einen Reisepass, einen vorläufigen Reisepass oder einen Kinderreisepass. Die Dokumente müssen noch mindestens sechs Monate lang gültig sein.