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30.01.2020: Das Coronavirus – eine Krankheit und seine Geschichte

Datum: 
30.01.2020

 

Das Coronavirus – eine Krankheit und seine Geschichte

 

Am Montagabend, den 27. Januar 2020 gegen 22 Uhr läutete beim bayrischen Ministerpräsidenten das Telefon. Es meldete sich die Gesundheitsministerin, die ihm mitteilte, dass es jetzt in Bayern den ersten Patienten gab, der sich mit dem Coronavirus angesteckt hat. Bis zu diesem Zeitpunkt schien die Bedrohung weit weg und Deutschland, am allerwenigsten Bayern, von dem Coronavirus überhaupt betroffen zu sein. Der Mann hatte sich angeblich bei einer erkrankten chinesischen Kollegin angesteckt. Bevor er selbst in Quarantäne kam, hatte er Kontakt mit ungefähr 40 Menschen. Mittlerweile haben sich schon vier weitere Menschen in Deutschland mit dem Virus infiziert.

 

Die Krankheit breitet sich rasend schnell aus

 

Momentan ist das Coronavirus das beherrschende Thema in allen Medien. Kaum zu glauben, dass Ende Dezember noch kein Mensch von dieser Krankheit wusste. Am 31. Dezember 2019 informierten die chinesischen Behörden die Weltgesundheitsorganisation über eine neue Form einer schweren Lungenentzündung.

Als Ursprungsort der Krankheit vermuten die Behörden die chinesische Millionenstadt Wuhan. Vor allem der Markt in der Großstadt gilt als Infektionsherd. Dort verkaufen Händler Fische, Meeresfrüchte, Fledermäuse, Wildtiere und Schlangen. Die chinesischen Behörden schlossen den Markt daraufhin schon einen Tag später.

Zunächst dachten die involvierten Ärzte und Wissenschaftler, dass sich die Krankheit nur schwer von Mensch zu Mensch übertragen lässt.

Anfang Januar waren 44 Menschen mit dem Virus infiziert. Am 17. Januar stieg die Zahl der erkrankten Menschen laut Ärzten auf 1.700 Personen an. Die Vermutung, dass die Krankheit nur schwer zwischen Menschen übertragen werden kann, ließ sich nicht bestätigen, da ebenfalls Pfleger und Ärzte, die niemals auf dem Markt in Wuhan waren, von dem Coronavirus betroffen waren. Die Zahl der Infizierten in China stieg bis zum 28. Januar auf mehr als 4.500 Personen an. An der Krankheit starben bislang 106 Menschen.

 

Das Coronavirus 2019-nCOV – ein kurzer Steckbrief

 

Streng genommen handelt es sich beim Coronavirus (genauer: Coronaviridae) um eine Familie von RNA-Viren. RNA (Ribonukleinsäure) ist eine Abwandlung der Erbsubstanz DNA. Anders als Bakterien handelt es sich bei Viren nicht um Lebewesen, da sie keinen eigenen Stoffwechsel besitzen. Zur Vermehrung benötigen Sie eine Wirtszelle bzw. einen Wirt. Die Wirtszelle produziert neue Viren und setzt diese frei. Die neuen freigesetzten Viren suchen sich dann wiederum einen neuen Wirt zur Reproduktion. Eine Einnahme von Antibotika zur Bekämpfung des Virus ist wirkungslos, da diese Medikamente nur gegen Bakterien wirken.

Das Coronavirus bekam von den Wissenschaftlern die vorläufige Bezeichnung 2019-nCoV. Die Coronaviren führen beim Menschen zu unterschiedlichen Krankheitsbildern.

Welche Symptome das Virus beim Menschen genau auslöst, lässt sich nur anhand der bisherigen Fälle darlegen. Da die Krankheit erst seit Ende 2019 bekannt ist, verfügen die Wissenschaftler noch über wenig Datenmaterial.

Die Inkubationszeit beträgt zwischen einem und 14 Tagen. Es kommt zu Muskelschmerzen, Fieber und trockenem Husten. Bei schwereren Fällen führt das Virus durch eine Infektion der unteren Atemwege zu einer schweren Atemnot. Dies kann sich zu einer Lungenentzündung weiter entwickeln.

Die meisten Patienten wurden nach einer Woche ins Krankenhaus eingeliefert, da sich ihr Zustand verschlechterte. Schwere Fälle kamen im Durchschnitt nach zehn Tagen auf die Intensivstation.

Das Virus ist mit dem SARS-Coronavirus verwandt, das im Jahr 2002/2003 in China auftrat und zu einer Pandemie führte. Es gibt jedoch einen entscheidenden Unterschied zwischen den beiden Virenformen: 2019-nCoV scheint schon ansteckend zu sein, noch bevor die Krankheit überhaupt ausbricht.

Nach den bisherigen Erkenntnissen beträgt die Basisreproduktionszahl zwischen 1,4 bis 2,5 Personen. Diese Zahl gibt an, wie viele Menschen eine erkrankte Person durchschnittlich ansteckt. Damit sich die Krankheit nicht weiter ausbreiten kann, muss dieser Wert auf die Anzahl 1 zurückgehen. Erst wenn der Wert auf unter 1 sinkt, kann die Krankheit wirkungsvoll bekämpft werden. Dabei wird natürlich immer eine Population vorausgesetzt, die nicht gegen den Erreger immun ist.

Die Sterblichkeit beträgt 2,9 Prozent. Von 100 betroffenen Personen sterben also weniger als drei Personen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Coronavirus-Epidemie_2019/2020

 

So kann man sich gegen die Krankheit schützen

 

Von 4.530 erkrankten Menschen sind bisher 106 verstorben (Stand 28. Januar 2020). Für die 106 Menschen und deren Angehörigen ist das natürlich eine Tragödie, trotzdem zeigen die Zahlen das Panik nicht angebracht ist. In den meisten Fällen sind die Krankheitsanzeichen nicht anders als bei einer normalen Erkältung. Oft merkt der Patient überhaupt nicht, dass er von dem Virus betroffen ist. Ein schwerer Krankheitsverlauf betrifft oft Menschen, deren Immunsystem aufgrund einer Vorerkrankung geschwächt ist.

Wer sich aktuell krank fühlt und erst vor kurzem in China war, sollte das beim Arztbesuch melden. Ebenso, wenn er mit Kollegen zusammenarbeitet, die erst kürzlich in China zu Besuch waren.

Zur Vorbeugung bedarf es keiner besonderen Vorsichtsmaßnahmen. Das gängige Verhalten, das jeder zum Grippeschutz anwendet, genügt. Wichtig ist regelmäßiges Händewaschen mit Seife und warmen Wasser. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt beim Niesen ein Taschentuch zu verwenden und es anschließend zu entsorgen. Ist kein Taschentuch griffbereit, dann in die Armbeuge nießen. Von infizierten Personen am besten einen möglichst großen Abstand halten.

In China tragen viele Menschen Gesichtsmasken, um sich vor Ansteckung zu schützen. Auch in Bayern sind vereinzelt Passanten mit Masken zu sehen. Unter Ärzten ist die Wirksamkeit dieser Masken umstritten. Um einen wirksamen Schutz zu bieten, müssen sie mit der Haut abschließen. Dann kommt es auf die Filtereigenschaften an und ob der Mundschutz regelmäßig gewechselt wird. Zumindest schützt die Maske andere Menschen vor einer möglichen Ansteckung, wenn man selbst erkrankt ist.

https://pixabay.com/de/photos/maske-schutz-sars-mundschutz-1954673/

 

Sind Reisen nach China aktuell zu empfehlen

 

In einer aktuellen Mittelung warnt das Auswärtige Amt vor Reisen in die Provinz Hubei, wo sich die Stadt Wuhan befindet. Die Gefahr für Reisende in Wuhan stuft das AA als moderat ein. Allerdings ist eine Ausreise aus der Stadt mit dem Flugzeug derzeit nicht möglich. Auch für andere Städte gelten Reisebeschränkungen. Wer in China ankommt, muss mit verstärkten Kontrollen rechnen. Insbesondere Fiebermessungen werden bei den Reisenden durchgeführt.

Touristen, die nach China reisen, müssen nicht nur mit Einschränkungen der Bewegungsfreiheit rechnen, sondern sich auch auf eine starke aktuelle Überlastung des Gesundheitssystems einstellen. Wer in China krank wird, wartet womöglich länger als üblich auf einen Arzt.

Einige Fluggesellschaften wie zum Beispiel British Airways haben angekündigt, ihre Flüge von und nach China einzustellen. Auch die Lufthansa hat sämtliche Flüge nach China bis zum 9. Februar gestrichen.

Die Gefahr, selbst zu erkranken, ist nicht sonderlich hoch. Zwar klingt die Zahl von über 4.000 betroffenen Menschen sehr beängstigend, doch angesichts der chinesischen Bevölkerungszahl von mehr als einer Milliarde, ist die Wahrscheinlichkeit sich mit dem Coronavirus zu infizieren doch sehr gering. Wer also eine Reise nach China gebucht hat, sollte diese auch ruhig antreten. Lediglich das öffentliche Leben hat sich momentan dem Virus angepasst.

 

Und wie geht es in Bayern weiter?

 

Die bayrische Regierung ließ verlauten, dass sie bestens auf das Coronavirus vorbereitet sei. Schon seit Jahren existiert eine „Task-Force Infektiologie“, eine Art Spezialeinheit, die sich nur mit solchen Fällen befasst. Somit wissen die Wissenschaftler in Bayern, was zu tun ist und können zeitnah die erforderlichen Maßnahmen ergreifen.